Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer, Überlebender des KZ Ausschwitz

Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer, Überlebender des KZ Ausschwitz
„Die Kinder, die den Holocaust überlebt haben, sind Kinder ohne Kindheit.“ (Ruth Melcer) Die Mädchen der 8. und 9. Klassen aus der Irmengard Akademie haben letzte Woche an einem virtuellen Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer, einer Überlebenden des KZ Auschwitz teilgenommen, das von der Friedrich Ebert Stiftung organisiert wurde.
Ruth Melcer wurde 1935 nahe Lodz (Polen) geboren. Ihre Eltern hatten eine Wollfirma und der Familie ging es sehr gut. Sie war gerade einmal vier Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte. Ihre Kindheit war damit vorbei. Die Familie musste fliehen, Menschen wurden einfach auf der Straße erschossen. Viele Erinnerungen bewahrt sie aus den Erzählungen ihrer Eltern, wie das Leben im Ghetto, wo die ganze Familie in einem kleinen Kellerzimmer lebte, und die Zeit im Arbeitslager. Dort hatte sie die Mutter älter gemacht, da sie dachte, dass sie so eine größere Chance hatte zu überleben. Ihr Bruder war zu jung und hatte deshalb keine Chance. 
Er wurde zusammen mit anderen Kleinkindern ermordet. 1944 kamen sie nach Auschwitz. Ab da erinnert sie sich an alles, als wäre es heute. Im Dezember 1944 wurde ihre Mutter nach Ravensbrück abtransportiert. Ruth war jetzt völlig auf sich gestellt. Hunger, Einsamkeit, Angst waren sechs Wochen lang ihre einzigen Begleiter. Im Alter von 9 Jahren erlebte sie halb verhungert die Befreiung im KZ Auschwitz. Bis 2019 hat Frau Melcer nicht öffentlich über ihre Vergangenheit und ihr Trauma gesprochen. 

Liebe Frau Melcer, vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, ihre Geschichte mit den Schülerinnen zu teilen. Es hat den Mädchen gezeigt, was es bedeutet, seine Freiheit zu verlieren, seiner Würde beraubt zu werden, unendliche Angst zu haben und täglich um das Überleben kämpfen zu müssen. Das darf nicht vergessen werden und sich auf keinen Fall wiederholen! 

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